Steuertipps und Urteile

In unserem Blog finden Sie aktuelle Beiträge zu privaten Steuern, dem GmbH-Recht und Tipps, wie GmbH-Geschäftsführer Einsparungen vornehmen können. Diese Fachtexte werden verständlich aufbereitet und mit aktuellen Fallbeispielen erklärt.

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Steuertipps und Urteile

In unserem Blog finden Sie aktuelle Beiträge zu privaten Steuern, dem GmbH-Recht und Tipps, wie GmbH-Geschäftsführer Einsparungen vornehmen können. Diese Fachtexte werden verständlich aufbereitet und mit aktuellen Fallbeispielen erklärt.

Abzug von Aufwendungen, die ein Dritter bezahlt hat?

Ein Steuerpflichtiger kann grundsätzlich nur die Aufwendungen steuerlich geltend machen, die seine Leistungsfähigkeit mindern. Das heißt, er muss die Aufwendungen selbst tragen. Woher die Mittel stammen, ist letztlich nicht entscheidend. Das heißt, er kann seine Aufwendungen auch dann abziehen, wenn ihm der Betrag zuvor geschenkt worden ist.

Kindergeld

Unterscheidung zwischen erster und weiterer Berufsausbildung

Seit dem 1.1.2012 erhalten Eltern für ihre volljährigen Kinder das Kindergeld bzw. steuerliche Kinderfreibeträge unabhängig von den eigenen Einkünften und Bezügen des Kindes, sodass eine Überprüfung der Einkommensgrenze nicht mehr erforderlich ist. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn das volljährige Kind – über den Besuch einer allgemeinbildenden Schule (z.B. eines Gymnasiums) hinaus – mehr als eine Berufsausbildung absolviert.

Schadenersatz als rückwirkendes Ereignis

Ausgangspunkt des Urteils des Finanzgerichts Baden-Württemberg vom 17.12.2014 war die Situation eines Geldanlegers, der bei dem Erwerb und späteren Verkauf bestimmter Aktien einen hohen Verlust erlitten hatte. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die der AG einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt hatte, leistete zu einem späteren Zeitpunkt Schadenersatz. Das Finanzgericht sah darin kein rückwirkendes Ereignis, sodass eine Berichtigung des Verlustfeststellungsbescheids gemäß § 175 Abs. 1 Nr. 2 AO nicht möglich sei.

Unterschiede bei amtlicher und freiwilliger Baulandumlegung

Eine amtliche Baulandumlegung ist von der Grunderwerbsteuer befreit. Grunderwerbsteuer fällt allerdings an, wenn eine Baulandumlegung freiwillig erfolgt, weil hierfür kein Befreiungstatbestand vorhanden ist. Nach dem Beschluss des Bundeverfassungsgerichts ist die unterschiedliche Behandlung verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden.

Geltungsbereich und Ausnahmen

Seit dem 1.1.2015 gilt in Deutschland flächendeckend der Mindestlohn: Je Zeitstunde haben Arbeitnehmer Anspruch auf 8,50 Euro brutto. Das Mindestlohngesetz (MiLoG) gilt für alle Arbeitnehmer. Dies sind nicht nur Beschäftigte mit Arbeitsvertrag, sondern auch solche, die – zum Beispiel durch den Prüfdienst der Deutschen Rentenversicherung – als Arbeitnehmer eingestuft werden.

Gesellschaftsrechtliche und steuerliche Grenzen

Auch Gesellschafter-Geschäftsführer können vorteilhafte Darlehen von der GmbH als ihrem Arbeitgeber beziehen. Dabei gilt es, sowohl die Anforderungen des Gesellschaftsrechts als auch des Steuerrechts zu beachten. § 43a GmbHG bestimmt, dass Geschäftsführern, anderen gesetzlichen Vertretern der GmbH sowie Prokuristen und General-Handlungsbevollmächtigten ein Kredit nicht aus dem zur Erhaltung des Stammkapitals erforderlichen Vermögen gewährt werden darf.

Abgeltungsteuer auf die Zinserträge?

Gesellschafter pflegen ihre GmbH häufig durch Darlehen zu finanzieren. Abgesehen davon, dass die GmbH in diesem Fall die Kreditwürdigkeitsprüfung durch die Hausbank umgeht, kann der Gesellschafter noch relativ attraktive Zinsen für seinen Kapitaleinsatz beziehen. Der Zinsertrag würde ihm noch zusätzlich „versüßt“, wenn er auf die Zinsen nur den günstigen Abgeltungsteuersatz von 25 Prozent zahlen müsste.

Doppelbelastung durch Erbschaft- und Einkommensteuer

Mit dem Beschluss vom 7.4.2015 (Az. 1 BvR 1432/10) hat das Bundesverfassungsgericht eine Verfassungsbeschwerde gegen die Doppelbelastung mit Erbschaft- und Einkommensteuer bei der Vererbung von Zinsansprüchen mangels Erfolgsaussichten nicht zur Entscheidung angenommen. Begründung: Aufgrund der Typisierungs- und Pauschalierungsbefugnis des Gesetzgebers ist es mit dem Gebot der steuerlichen Lastengleichheit (Art. 3 Abs. 1 GG) vereinbar, eine später entstehende Einkommensteuer bei der Berechnung der Erbschaftsteuer in dieser Konstellation unberücksichtigt zu lassen.

Einbezug des Leistungsbonus bei Berechnung

Das Arbeitsgericht Düsseldorf hat mit Urteil vom 20.4.2015 (Az. 5 Ca 1675/15) entschieden, dass ein vom Arbeitgeber gezahlter Leistungsbonus in die Berechnung des Mindestlohns miteinzubeziehen ist.

Elternzeit

Keine Kürzung der Urlaubsabgeltung bei Vertragsbeendigung

Nach § 17 Abs. 1 Satz 1 Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) konnten Arbeitgeber die Urlaubsabgeltung für Mitarbeiter, die wegen einer Elternzeit das Arbeitsverhältnis beendeten, für jeden vollen Monat der Elternzeit um ein Zwölftel kürzen – vorausgesetzt, der Anspruch auf Erholungsanspruch bestand noch.

Wann ein Handelsvertreter seine Aufwendungen in voller Höhe abziehen kann

Bildet das häusliche Arbeitszimmer den qualitativen Schwerpunkt einer Betätigung, können die Kosten in vollem Umfang steuerlich geltend gemacht werden. Das Finanzgericht hatte über die Situation eines Handelsvertreters zu entscheiden, der neben seiner Außendiensttätigkeit ausschließlich in seinem häuslichen Arbeitszimmer tätig wurde.

Die erste Tätigkeitsstätte wird von verschiedenen Wohnungen aus angefahren

Die Entfernungspauschale beträgt 0,30 € je Entfernungskilometer, wobei die kürzeste Strecke zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte zugrunde zu legen ist. Hat der Arbeitnehmer mehrere Wohnungen, von denen er abwechselnd zur ersten Tätigkeitsstätte fährt, kann die Entfernung zur weiter entfernt liegenden Wohnung nur dann angesetzt werden, wenn diese Wohnung den Mittelpunkt seiner Lebensinteressen darstellt.

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