Steuertipps und Urteile

In unserem Blog finden Sie aktuelle Beiträge zu privaten Steuern, dem GmbH-Recht und Tipps, wie GmbH-Geschäftsführer Einsparungen vornehmen können. Diese Fachtexte werden verständlich aufbereitet und mit aktuellen Fallbeispielen erklärt.

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Steuertipps und Urteile

In unserem Blog finden Sie aktuelle Beiträge zu privaten Steuern, dem GmbH-Recht und Tipps, wie GmbH-Geschäftsführer Einsparungen vornehmen können. Diese Fachtexte werden verständlich aufbereitet und mit aktuellen Fallbeispielen erklärt.

Falsche Berechnung nicht anfechtbar


Sichert ein Arbeitgeber im Kündigungsschreiben die Auszahlung einer bestimmten Anzahl von Urlaubstagen zu, muss er diese Zusage einhalten. Das gilt auch dann, wenn dieser aufgrund einer fehlerhaften Angabe im Personalabrechnungssystem angegeben wurde, entschied das Landesarbeitsgericht Köln am 4. April 2012 (Az. 9 Sa 797/11).

Gewerkschaft muss Schadenersatz leisten


Wenn ein Unternehmen während laufender Tarifverhandlungen innerhalb eines Arbeitgeberverbandes von einer Mitgliedschaft mit Tarifbindung in eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung wechselt und darüber auch die Gewerkschaft informiert, so sind spätere gegen dies Unternehmen gerichtete Arbeitskampfmaßnahmen zum Abschluss eines Verbandstarifvertrags unzulässig, entschied am 19. Juni 2012 das Bundesarbeitsgericht (Az. 1 AZR 775/10).

Kosten nicht steuerlich abzugsfähig

Adoptionskosten lassen sich bei der Einkommensteuer nicht als außergewöhnliche Belastungen absetzen. Das hat das Finanzgericht Baden-Württemberg entschieden (Az. 6 K 1880/10). Nach dem Gesetz sind Aufwendungen nur dann als außergewöhnliche Belastung abzugsfähig, wenn sie dem Steuerpflichtigen zwangsläufig in größerem Umfang erwachsen als der überwiegenden Mehrzahl der übrigen Steuerzahler gleicher Einkommensverhältnisse, gleicher Vermögensverhältnisse und gleichen Familienstands. Zusätzlich darf er sich den angefallenen Kosten aus rechtlichen, tatsächlichen oder sittlichen Gründen nicht entziehen können.

Kosten lassen sich für Fortbildung nur schwer absetzen

Aufwendungen für das heimische Büro in der Wohnung lassen sich auch dann von der Steuer absetzen, wenn einem Arbeitnehmer oder Selbstständigen für seine berufliche oder betriebliche Tätigkeit kein anderer geeigneter Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Zwar können die Arbeitszimmerkosten nur dann in vollem Umfang als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgezogen werden, wenn die Räumlichkeiten den Mittelpunkt der beruflichen Betätigung darstellen. Steht aber kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, sind die Kosten immerhin bis zur Höhe von 1.250 Euro pro Jahr abziehbar.

Wann fällt Schenkungsteuer an?

Machen sich Eheleute untereinander teure Präsente, kann das Finanzamt hierauf durchaus einen kritischen Blick werfen, weil es möglicherweise Schenkensteuer verlangen kann. So war das auch in einem jetzt entschiedenen Urteilsfall, in dem es um einen unverzinslichen Kredit und eine Steuerrückzahlung ging. Das Hessische Finanzgericht hat nämlich entschieden, dass eine steuerpflichtige Schenkung vorliegt, wenn ein Ehegatte zu Gunsten des in Gütertrennung lebenden anderen Partners auf den internen Ausgleichsanspruch hinsichtlich verschiedener Guthaben aus der steuerlichen Zusammenveranlagung verzichtet und Darlehen mit null Prozent Zinsen gewährt (Az. 1 K 3381/03).

Freigrenze für Sachbezüge nutzen

Die kostenlos oder verbilligt vom Chef abgegebene Fahrkarte für den Verkehrsverbund stellt steuerpflichtigen Arbeitslohn dar. Dem können Angestellte aber ausweichen, indem sie die Freigrenze für Sachbezüge von monatlich 44 Euro in Anspruch nehmen. Ist der Vorteil nicht höher, bleibt das verbilligte Job-Ticket ohne Steuerfolgen, selbst wenn die Angestellten es nur privat verwenden.

Haftungsrisiko des Geschäftsführers bei Rückzahlung?

Die Finanzierung einer GmbH durch Gesellschafterdarlehen ist weit verbreitet. Scheidet ein solcher Gesellschafter später durch Verkauf seines Anteils aus, bleibt aber weiterhin Darlehensgläubiger, stellt sich die Frage, ob der GmbH-Geschäftsführer ein Haftungsrisiko eingeht, wenn er das Darlehen nach dem Ausscheiden des Gesellschafters auf dessen Wunsch hin zurückzahlt. Akut könnte die Frage vor allem dann werden, wenn die Gesellschaft durch die Rückzahlung in Zahlungsschwierigkeiten geraten könnte.

Steuerberaters muss aufklären

Wenn ein Steuerberater einen Mandanten laufend berät, muss er ihn über Steuerrisiken aufklären, so hat der Bundesgerichtshof in einem aktuellen Urteil entschieden (Az. IX ZR 92/08).

Wirksam ist nur eine Erklärung gegenüber der Gesellschafterversammlung

Der Geschäftsführer einer GmbH muss die Niederlegung seines Amtes gegenüber der Gesellschafterversammlung erklären, sofern die Satzung nicht etwas anderes bestimmt.

Sämtliche Aufwendungen steuerlich optimal absetzen

Die Praxisgebühr steht derzeit aufgrund der Überschüsse bei den gesetzlichen Krankenkassen in der politischen Diskussion, einige Politiker fordern angesichts der vollen Kassen eine Abschaffung oder zumindest eine Aussetzung. Bis zu einer Entscheidung muss sie aber weiterhin bezahlt werden.

Keine Straffreiheit bei Fehlern in der Selbstanzeige

Wer dem Fiskus zu geringe Einnahmen oder überhöhte Ausgaben deklariert hat, kann dies im Nachhinein über die Selbstanzeige einer Steuerhinterziehung korrigieren. Die freiwillige Meldung beim Finanzamt kann formlos erfolgen, muss aber die Steuerhinterziehung komplett enthalten. Dann geht der Sünder hinsichtlich der nachgemeldeten Taten straffrei aus, muss sich also weder dem Gericht stellen, noch eine Geldbuße zahlen. Das gelingt aber nur, wenn er die hinterzogenen Beträge pünktlich und vollständig nachzahlt und in der Selbstanzeige keine Fehler gemacht werden.