Steuertipps und Urteile

In unserem Blog finden Sie aktuelle Beiträge zu privaten Steuern, dem GmbH-Recht und Tipps, wie GmbH-Geschäftsführer Einsparungen vornehmen können. Diese Fachtexte werden verständlich aufbereitet und mit aktuellen Fallbeispielen erklärt.

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Steuertipps und Urteile

In unserem Blog finden Sie aktuelle Beiträge zu privaten Steuern, dem GmbH-Recht und Tipps, wie GmbH-Geschäftsführer Einsparungen vornehmen können. Diese Fachtexte werden verständlich aufbereitet und mit aktuellen Fallbeispielen erklärt.

Aufwendungen werden nur bei stattgefundenen Bewerbungsgesprächen ersetzt


Erscheint ein Bewerber verspätet oder gar nicht zu einem Vorstellungsgespräch, kann dies einen Anspruch auf Erstattung der Fahrtkosten ausschließen, entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz mit Urteil vom 7. Februar 2012 (Az. 3 Sa 540/11).

Bürgschaftsaufwand als Werbungskosten abzugsfähig

Es mehren sich in der Praxis die Fälle, in denen die Bestellung zum Geschäftsführer einer GmbH von der Übernahme einer Bürgschaft zu Gunsten der Gesellschaft abhängig gemacht wird. Auf diese Weise soll unter anderem erreicht werden, dass sich der Geschäftsführer noch stärker als sonst mit den Unternehmenszielen identifiziert. Wird der Geschäftsführer später aus der Bürgschaft in Anspruch genommen, stellt sich die Frage, ob er die Bürgschaftszahlungen als Werbungskosten steuerlich absetzen kann.

Nur-Pensionszusage ohne Aktivgehalt wird steuerlich nicht anerkannt

Will ein Gesellschafter-Geschäftsführer ausschließlich gegen eine Pensionszusage für seine GmbH tätig werden (sog. Nur-Pension), wird diese Vergütungsabrede steuerlich nicht anerkannt. Gleichwohl gebildete Pensionsrückstellungen werden als vGA behandelt. Dies gilt auch, wenn einem GmbH-Geschäftsführer mit Gesellschafter-Status neben seinem Aktivgehalt eine Pension zugesagt wurde und später auf das Aktivgehalt verzichtet wurde. So entschied das Finanzgericht Hamburg mit Urteil vom 20.7.2011.

Ertragsteuerliche Auswirkungen bei Familien-GmbHs

Immer wieder berichten wir über Fälle verdeckter Gewinnausschüttungen (vGA) einer GmbH an ihre Gesellschafter oder an ihnen nahestehende Personen. Grund dafür sind die vielfältigen Leistungsbeziehungen, die zwischen der Gesellschaft und ihren Gesellschaftern bestehen können. Betriebsprüfer nehmen die in diesem Rahmen vereinbarten Leistungsvergütungen (z.B. Miete, Pacht oder Gehalt) bevorzugt „unter die Lupe“, weil sie hoffen, auf überhöhte Vergütungen zu stoßen und damit ein Mehrsteuerergebnis für den Fiskus einzufahren.
Aufgrund eines aktuellen Erlasses der Finanzverwaltung und einer Änderung des Erbschaft- und Schenkungsteuergesetzes drohen bei vGA von Familien-GmbHs nunmehr zusätzliche Belastungen der begünstigten Personen mit Schenkungsteuer.

Schenkungsteuerliche Auswirkungen

In der Vergangenheit gingen die Finanzbehörden in der Regel bei einer vGA zu Gunsten einer dem Gesellschafter nahestehenden Person von einer Schenkung des Gesellschafters an die nahestehende Person aus.

Arbeitgeber kann sich nicht ohne Weiteres von seiner Vertragsbindung lossagen


Das Landesarbeitsgericht (LAG) Berlin-Brandenburg hat in seiner Entscheidung vom 7. Februar 2012 (7 Sa 2164/11, veröffentlicht am 5.April 2012) die außerordentliche betriebsbedingte Kündigung einer Reinigungskraft für unwirksam erklärt.

Immobilien

Verkauf eines Gartengrundstücks kostet Spekulationsteuer

Der Gewinn aus der Veräußerung eines privaten Grundstücks innerhalb von zehn Jahren seit der Anschaffung ist ein privates Spekulationsgeschäft und damit in voller Höhe einkommensteuerpflichtig. Eine Ausnahme gibt es jedoch bei ausschließlicher Selbstnutzung von Gebäuden zu eigenen Wohnzwecken seit Bau oder Kauf sowie, wenn diese Voraussetzungen im Jahr der Veräußerung und den beiden vorangegangenen Jahren vorlagen. Wird allerdings ein benachbartes unbebautes, bislang als Garten eines genutztes Grundstück veräußert, ohne dass der Steuerzahler gleichzeitig seine Wohnung mit aufgibt, ist diese Veräußerung ein steuerpflichtiges privates Veräußerungsgeschäft und wird vom Fiskus nicht privilegiert. Das hat der Bundesfinanzhof jetzt in einem Urteil klargestellt (Az. IX R 48/10).

Steuer-Entlastungsbetrag wirksam einsetzen

Erfüllen mehrere Personen die Voraussetzungen für den Abzug des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende in Höhe von 1.308 Euro, kann ihn für dasselbe Kind entweder nur der Vater oder die Mutter abziehen. Daher sollten sich die beiden Elternteile vor Abgabe ihrer Einkommensteuererklärungen einigen, wer den Betrag abziehen soll. Sonst weist das Finanzamt die 1.308 Euro möglicherweise dem zu, der damit nichts anfangen kann, weil er sowieso keine Steuer zahlt. Denn der Entlastungsbetrag wegen desselben Kindes kann nur einem Berechtigten gewährt werden, auch wenn mehrere die Voraussetzungen für seine Gewährung erfüllen. Der Betrag kann auch nicht zwischen mehreren Personen aufgeteilt werden. Das ist zwar beim Kinderfreibetrag möglich, nicht hingegen beim Entlastungsbetrag.

Bei ledigen Arbeitnehmern mit Zweitwohnsitz ist der Fiskus kritisch

Bei einer doppelten Haushaltsführung lässt sich einiges als Werbungskosten beim Finanzamt geltend machen. Denn der Fiskus beteiligt sich an den Fahrten, der Miete und den laufenden Aufwendungen. Ein aktuelles Urteil zeigt, dass es hier der ledige Arbeitnehmer schwerer hat als sein verheirateter Kollege. Das gilt besonders dann, wenn er noch bei den Eltern wohnt.

Kürzung von Zeitguthaben nur mit entsprechender Vereinbarung zulässig


Das auf einem Arbeitszeitkonto ausgewiesene Zeitguthaben eines Arbeitnehmers darf der Arbeitgeber nur mit Minusstunden verrechnen, wenn ihm die der Führung des Arbeitszeitkontos zugrunde liegende Vereinbarung (Arbeitsvertrag, Betriebsvertrag oder Tarifvertrag) die Möglichkeit dazu eröffnet, entschied das Bundesarbeitsgericht (BAG) am 21. März 2012.