Steuern privat

Nachlassverbindlichkeiten verringern Steuerlast

Die vom Erben noch zu leistenden Einkommensteuernachzahlungen des Verstorbenen für das Todesjahr lassen sich als Nachlassverbindlichkeit abziehen und mindern damit die Erbschaftsteuer. Das hat der Bundesfinanzhof mit einem aktuell veröffentlichten Urteil (Az. II R 15/11) unter Änderung der bisherigen Rechtsprechung entschieden.

Kaufpreis wird bei Auszahlung verrechnet

Der für den Erwerb einer gebrauchten Kapitallebensversicherung gezahlte Kaufpreis stellt Anschaffungskosten dar. Deshalb sind die bis zu diesem Zeitpunkt aufgelaufenen rechnungsmäßigen Zinsen weder absetzbare Kapitalverluste noch vorweggenommene Werbungskosten in Hinblick auf die bei Fälligkeit ausbezahlten Erträge, so der Bundesfinanzhof in einem aktuell veröffentlichten Urteil (Az. VIII R 46/09).

Finanzbeamte müssen bei Steuerförderung gnädiger sein

Private Hausbesitzer können für eine erst künftig geplante Anschaffung einer Solaranlage auf ihrem Dach bis zu 40 Prozent der voraussichtlichen Kosten bereits bis zu drei Jahre vorab gewinnmindernd über einen Investitionsabzugsbetrag abziehen. Denn sie werden zum Gewerbetreibenden, wenn sie den erzeugten Strom später zumindest teilweise in die öffentlichen Netze einspeisen.

Bei Prozessverlust wird Verzinsung teuer

Beantragt ein Anleger, strittige Steuer von der Vollziehung auszusetzen, weil ein Gerichtsverfahren anhängig ist, muss er das Risiko der Zinszahlung in Kauf nehmen, sollte das Finanzamt den Prozess gewinnen. Das gilt auch, wenn die ersparte Steuer auf einem geringverzinsten Festgeldkonto zwischengeparkt wird, denn der Fiskus fordert stolze sechs Prozent pro Jahr.

Fiskus gibt nach

Durch eine Verschärfung über das Jahressteuergesetz 2010 wurde ein Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) rückwirkend für alle nach offenen Veranlagungen ausgehebelt, indem vom Fiskus auf Erstattungen bezahlte Zinsen als Kapitalerträge der Abgeltungsteuer unterliegen, Zinsen auf Nachforderungen aber nicht abzugsfähig sind.

Kein Steuerzuschuss bei Investitionsmodellen

Wer nicht selbst über eine Immobilie verfügt, ist nicht zum Vorsteuerabzug aus dem Erwerb einer Photovoltaikanlage berechtigt, wenn dies im Rahmen eines Investitionsmodells erfolgt. Denn dann hat der Anleger nach einem Urteil des Finanzgerichts München keinen Einfluss auf die weiter verpachteten Solarzellen und wird kein Eigentümer (Az. 14 K 2222/11).

Kein Steuerverlust bei Unterschreiten der Knock-out-Schwelle

Erleiden Anleger mit Optionsscheinen oder Hebelzertifikaten durch Überschreiten der so genannten Knock-out-Schwelle einen Totalverlust, kann dieser steuerlich nicht geltend gemacht werden. Laut einem jetzt vom Bundesfinanzhof veröffentlichten Beschluss lässt sich das realisierte Minus nur dann absetzen, wenn Inhaber der Wertpapiere durch vorzeitige Beendigung ihrer Rechte einen Differenzausgleich erzielen oder sie die Derivate vor dem wertlosen Verfall noch schnell über die Börse verkaufen (Az. IX B 154/10).

Ferienhaus

Verbesserter Steuerabzug von Verlusten

Das Niedersächsische Finanzgericht hat in einem aktuellen Urteil einer Klage wegen der steuerlichen Anerkennung von mehrjährigen Verlusten aus der privaten Vermietung einer Ferienwohnung stattgegeben und dabei entgegen der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) die Überschusserzielungsabsicht trotz geringfügiger jährlich dreiwöchiger Selbstnutzung unterstellt (Az. 9 K 180/09).