GmbH & Steuern

Worauf aus steuerlicher Sicht zu achten ist

Eine an die Geschäftsführertätigkeit anschließende Beratertätigkeit kann nach der BFH-Rechtsprechung grundsätzlich nicht als Fortsetzung des ursprünglichen Dienstverhältnisses angesehen werden. Zahlungen aufgrund eines Beratervertrags sind aber dann verdeckte Gewinnausschüttungen (vGA), wenn sie an einen pensionierten, aber weiter als Geschäftsführer bestellten Gesellschafter ohne klare Abgrenzung der Geschäftsfelder und nicht exakt wie vertraglich vereinbart gezahlt werden.

Weiterarbeit für die GmbH gegen Gehalt und Pension?

Die persönliche Lebensplanung oder betriebliche Belange der GmbH können eine weitere Tätigkeit des Gesellschafters für die GmbH auch nach Erreichen des Pensionsalters erforderlich machen. In diesem Fall ist zu prüfen, ob die zivilrechtlichen Voraussetzungen für die Zahlung des Altersruhegelds überhaupt vorliegen, wenn der Gesellschafter die Geschäftsführertätigkeit weiterhin ausübt.

Auch der faktische Geschäftsführer haftet bei Insolvenzverschleppung

Mit der Verantwortlichkeit eines faktischen Geschäftsführers beschäftigt sich das OLG Köln in einem Urteil vom 15.12.2011. Im Urteilsfall nimmt der Insolvenzverwalter (Kläger) einer GmbH & Co. KG den Kommanditisten K als faktischen Geschäftsführer der Gesellschaft auf Ersatz von nach Insolvenzreife geleisteten Zahlungen in Anspruch.

GmbH-Krise

Abgrenzung der Zahlungsstockung von der Zahlungseinstellung

Bei Zahlungsunfähigkeit einer GmbH müssen die Geschäftsführer unverzüglich – spätestens binnen drei Wochen – Antrag auf Insolvenzeröffnung stellen. Äußeres Indiz der Zahlungsunfähigkeit ist die Zahlungseinstellung, also die Tatsache, dass fällige Verbindlichkeiten nicht mehr beglichen werden. Die Zahlungseinstellung ist abzugrenzen von einer Zahlungsstockung, bei deren Vorliegen noch kein Insolvenzgrund gegeben ist.

Das Bundesverfassungsgericht muss entscheiden

Der BFH hat das höchste Gericht angerufen. Nach seiner Ansicht ist die im Erbschaftsteuergesetz verankerte Begünstigung für Betriebsvermögen und Beteiligungen an Kapitalgesellschaften von mehr als 25 Prozent verfassungswidrig (§§ 13a, 13b Abs. 1 ErbStG).

Muss die GmbH den Lieferanten überprüfen?

Kann einem Unternehmer in Deutschland der Vorsteuerabzug verwehrt werden, wenn der Lieferant seinen steuerlichen Pflichten nicht nachgekommen ist? Diese Frage beschäftigte vor kurzem den EuGH in einem Streitfall aus Ungarn.

Bilanzrechtliche Konsequenzen

Trifft ein Gesellschafter mit seiner GmbH eine Rangrücktrittsvereinbarung für ein früher gewährtes Darlehen, stellt sich die Frage ob die Darlehensverbindlichkeit in der Bilanz der GmbH ertragswirksam aufzulösen ist. Diese Frage hatte der BFH in seinem Urteil vom 30.11.2011 zu entscheiden.

Was zählt beim Überschuldungsstatus?

Gemäß § 15a Abs. 1 Insolvenzordnung (InsO) sind insbesondere die Geschäftsführer einer GmbH verpflichtet, ohne schuldhaftes Zögern (d.h. unverzüglich), spätestens aber innerhalb von drei Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung, einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu stellen. Ein Verstoß gegen diese Insolvenzantragspflicht kann als sog. Insolvenzverschleppung für die Geschäftsführer nicht nur haftungsrechtliche (vgl. etwa § 64 Satz 1 GmbHG), sondern auch strafrechtliche (vgl. § 15a Abs. 4 InsO) Konsequenzen nach sich ziehen.