Unfallkosten

Wann ein Werbungskostenabzug möglich ist

Bei einem Verkehrsunfall teilen die Unfallkosten das Schicksal der Fahrtkosten. War die Fahrt privat veranlasst, dann sind auch die Kosten privat veranlasst.

(!) Eine betriebliche Fahrt wird ausnahmsweise zu einer privaten Fahrt, wenn der Arbeitnehmer z.B. alkoholbedingt fahruntüchtig ist.

Um die Kosten eines Verkehrsunfalls zutreffend erfassen zu können, ist es erforderlich, die Fahrt bzw. einzelne Teile einer Fahrt richtig zuordnen zu können. Folgende Punkte sollten dabei beachtet werden:

-           Private Abstecher, Umwege und Unterbrechungen bei einer beruflichen Fahrt, sind nicht beruflich veranlasst.

-           Der Weg von der Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte und zurück ist beruflich bedingt.

-           Umwege, um auf dem Weg zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte die verkehrsgünstigere Strecke zu nutzen, sind beruflich veranlasst.

-           Eine Inspektionsfahrt vor Antritt einer Fahrt, ist nicht beruflich veranlasst.

-           Ein Umweg zur Unterbringung eines Kindes in einem Kindergarten oder einer Schule ist privat veranlasst, auch wenn die Berufstätigkeit der Eltern nur durch die Betreuung des Kindes möglich ist.

-           Die Rückfahrt vom Urlaubsort, um eine berufliche Tätigkeit fortzusetzen, ist privat veranlasst.

-           Wird eine berufliche Fahrt unterbrochen und dann fortgesetzt, ist die Fahrt (abgesehen von der Unterbrechung) beruflich veranlasst.

-           Ein Abstecher zur Tankstelle während oder vor einer beruflichen Fahrt ist beruflich veranlasst.

-           Das Aufsuchen eines Arztes wegen eines Berufsunfalls oder einer Berufskrankheit ist beruflich bedingt.

-           Der Umweg, um aus Gefälligkeit einen Kollegen abzuholen, ist privat veranlasst.

-           Bei einer Dienstreise ist die Fahrt zur Einnahme einer Mahlzeit beruflich veranlasst.

Tipp: Eine private Mit-Nutzung des Fahrzeugs ist unschädlich, wenn sie von untergeordneter Bedeutung ist. Das ist z.B. der Fall, wenn der Arbeitnehmer auf einer beruflich veranlassten Fahrt einen Bekannten aus privaten Gründen mitnimmt. Weil es sich um eine untergeordnete private Mitveranlassung handelt, sind alle Kosten als Werbungskosten abziehbar. Entstehen jedoch erhebliche Kosten, z.B. weil der Arbeitnehmer aufgrund eines Unfalls seinem privaten Mitfahrer Schadenersatz leisten muss, kann er diese Kosten nicht als Werbungskosten abziehen.

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