Reisekosten

Besonderheiten bei der Abrechnung

Arbeitnehmer können bei einem Arbeitgeber nur eine „erste Tätigkeitsstätte“ haben. Ohne erste Tätigkeitsstätte sind alle beruflichen Fahrten des Arbeitnehmers als auswärtige Tätigkeiten einzustufen. Das ist insbesondere wichtig, wenn dem Arbeitnehmer ein Firmenwagen überlassen wird. Die Kosten, die auf Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte entfallen, müssen insgesamt als Arbeitslohn erfasst werden. Ob der Arbeitnehmer eine erste Tätigkeitsstätte am Betriebssitz seines Arbeitgebers hat, kann der Arbeitgeber bestimmen. Das bedeutet z.B., dass ein GmbH-Geschäftsführer als Vertreter seiner GmbH selbst bestimmen kann, ob er als Arbeitnehmer am Betriebssitz eine erste Tätigkeitsstätte hat.

Eine erste Tätigkeitsstätte setzt eine ortsfeste betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers voraus. Ein häusliches Arbeitszimmer kann somit keine erste Tätigkeitsstätte sein, weil es keine ortsfeste betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers ist. Das gilt auch dann, wenn der Arbeitgeber einen oder mehrere Räume anmietet, die zur Wohnung des Arbeitnehmers gehören. Die gemieteten Räume sind als häusliches Arbeitszimmer zu beurteilen, weil sie Teil der Wohnung des Arbeitnehmers sind.

Die erste Tätigkeitsstätte befindet sich an der betrieblichen Einrichtung, wo der Arbeitnehmer typischerweise arbeitstäglich oder je Arbeitswoche zwei volle Arbeitstage oder mindestens ein Drittel seiner vereinbarten regelmäßigen Arbeitszeit tätig werden soll. Treffen die Voraussetzungen auf mehrere betrieblichen Einrichtungen zu, befindet sich die erste Tätigkeitsstätte an der betrieblichen Einrichtung, die der Wohnung des Arbeitnehmers am nächsten liegt.

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