Doppelte Haushaltsführung

Voraussetzungen für die steuerliche Anerkennung

Frau F war als Geschäftsführerin einer GmbH tätig, deren Anteile von ihrem Ehemann gehalten wurden. Die GmbH betrieb eine ärztliche Einrichtung mit Öffnungszeiten von 7 Uhr bis 22 Uhr. F mietete eine Wohnung am Ort des Betriebs der GmbH an und machte die Aufwendungen hierfür im Rahmen doppelter Haushaltsführung geltend.

Die Fahrtstrecke zwischen der Hauptwohnung und dem Tätigkeitsort betrug laut Routenplaner 40 km; sie konnte per Pkw – je nach genutzter Straßenverbindung – in 37 Minuten bzw. 42 Minuten zurückgelegt werden. FA und FG verneinten die steuerliche Anerkennung einer doppelten Haushaltsführung.

Eine doppelte Haushaltsführung setzt voraus
, dass der Ort des eigenen Hausstands und der Beschäftigungsort auseinanderfallen. Daher liegt im Regelfall keine doppelte Haushaltsführung vor, wenn Haupt- und Zweithausstand am Beschäftigungsort unterhalten werden. Der Begriff „Beschäftigungsort“ ist allerdings weit auszulegen; hierunter ist nicht nur die politische Gemeinde zu verstehen, in der sich die Tätigkeitsstätte befindet. Andererseits hat der BFH eine doppelte Haushaltsführung auch dann anerkannt, wenn sich beide Hausstände in einer Gemeinde befinden, tägliche Fahrten aber ausnahmsweise nicht zumutbar sind. Hiervon ist bei einer einfachen Entfernung von 36 km oder einer Wegezeit von ca. einer Stunde auszugehen.

Vor diesem Hintergrund kann im Urteilsfall nicht von einer doppelten Haushaltsführung ausgegangen werden, auch wenn die Wegezeit im Winter mitunter länger sein sollte. Entscheidend sind nicht gelegentlich auftretende ungewöhnliche, sondern normale Straßenverhältnisse. Dies gilt auch ungeachtet der frühen Öffnungs- und späten Schließungszeiten im Urteilsfall, da diese ebenso wie die hier in Rede stehenden Fahrzeiten von einer Vielzahl von Arbeitnehmern auf sich genommen werden.

 

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