Investitionsabzugsbetrag

Neuregelung ab 2020

Unternehmen haben unabhängig von der Rechtsform die Möglichkeit, mithilfe eines Investitionsabzugsbetrags ihre Steuerbelastung zu senken, ohne Geld ausgeben zu müssen. Für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2019 beginnen (also ab  2020), können statt der bisherigen 40 Prozent nunmehr 50 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Investitionen, die in den nächsten drei Jahren geplant sind, gewinnmindernd berücksichtigt werden.

Nach wie vor sind nur Wirtschaftsgüter begünstigt, die im Jahr der Investition und im Folgejahr ausschließlich oder fast ausschließlich, d.h. zu mindestens 90 Prozent, betrieblich genutzt werden. Neu ist, dass nunmehr die Vermietung eines zum Betriebsvermögen gehörenden Wirtschaftsguts eine betriebliche Nutzung darstellt und somit unschädlich ist. Der Nutzungsumfang ist nicht wirtschaftsjahrbezogen zu prüfen, sondern für den gesamten Zeitraum zwischen Anschaffung und Ende des Folgejahres.

Ab 2020 kann eine GmbH einen Investitionsabzugsbetrag in Anspruch nehmen, wenn der Gewinn des laufenden Jahres vor Abzug des Investitionsabzugsbetrags den Betrag von 200.000 Euro nicht überschreitet. Die bisherigen unterschiedlichen Betriebsgrößenmerkmale gelten ab 2020 nicht mehr. Es kommt also nicht mehr auf die Art der Gewinnermittlung an und auch nicht mehr auf die Höhe des Betriebsvermögens und des Wirtschaftswerts oder Ersatzwirtschaftswerts (bei Land- und Forstwirten).

Voraussetzung ist allein die Absicht, abnutzbare bewegliche (neue oder gebrauchte) Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens anschaffen zu wollen, z.B. Computer, Maschinen, Büromöbel, Pkw, usw. Begünstigt sind auch geringwertige Wirtschaftsgüter und Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten zwischen 250 Euro und 1.000 Euro, für die ein Sammelposten gebildet wird. Investitionsabzugsbeträge können ohne weitere Angaben geltend gemacht werden. Ein Nachweis oder eine Glaubhaftmachung der Investitionsabsicht ist nicht erforderlich. Begünstigt sind also

- neue oder gebrauchte abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens
- mit maximal 50 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten.
- Die Höchstgrenze für die Summe aller Investitionsabzugsbeträge beträgt 200.000 Euro.

Immaterielle Wirtschaftsgüter, z.B. Software und Lizenzen, sind keine beweglichen Wirtschaftsgüter. Ausnahme: Software, die nicht mehr als 800 Euro netto kostet. Software bis 800 Euro netto wird als materielles Wirtschaftsgut eingestuft. Jedes Programm ist einzeln für sich zu betrachten, auch wenn die GmbH ein Softwarepaket mit mehreren Programmen gekauft hat.

Beispiel:

Eine GmbH plant, innerhalb der nächsten drei Jahre eine EDV-Anlage mit umfangreicher Software zu kaufen. Die Hardware kostet 10.000 Euro und die Software 14.000 Euro. Die Gesellschaft darf nur einen Investitionsabzugsbetrag in Höhe von maximal (10.000 Euro x 50 Prozent =) 5.000 Euro bilden. Die Software ist als immaterielles Wirtschaftsgut nicht begünstigt.

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