Corona-Bonus von 1.500 Euro

Steuerfreiheit auch für GmbH-(Gesellschafter-)Geschäftsführer

Im ersten Corona-Steuerhilfegesetz vom 19.6.2020 wurde in § 3 Nr. 11a EStG ein steuerfreier Corona-Bonus geregelt. Danach sind Leistungen eines Arbeitgebers an seine Beschäftigten aufgrund der Corona-Krise bis zu einem Betrag von 1.500 Euro steuerfrei, wenn die Beihilfe (1) in der Zeit vom 1.3.2020 bis zum 31.12.2020 und (2) zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt wird. Bei der Leistung des Arbeitgebers kann es sich um Zuschüsse oder Sachbezüge handeln, die auch in Form von Teilleistungen erbracht werden können.

Beispiele:

(1)  Der Arbeitgeber zahlt einer Arbeitnehmerin 1.000 Euro als Beihilfe für die Betreuung ihrer Kinder in der Wohnung durch eine fremde Person oder einen Angehörigen, weil die Kindertagesstätte über längere Zeit geschlossen ist.

(2)  Der Arbeitgeber zahlt einem Arbeitnehmer 1.500 Euro, damit er einen Raum seiner Wohnung für eine Homeoffice-Tätigkeit herrichten kann.

Die Barleistungen in beiden Beispielen sind steuerfrei.

Bei dem Maximalbetrag von 1.500 Euro handelt es sich um einen Freibetrag, der dem Arbeitnehmer auch dann zugutekommt, wenn der Arbeitgeber eine höhere Unterstützung zahlt. Die über den Freibetrag hinausgehende Leistung unterliegt der Regelbesteuerung. Gemäß § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Sozialversicherungsentgeltverordnung gehören einmalige Zulagen (Zuschüsse) des Arbeitgebers nicht zum sozialversicherungspflichtigen Arbeitsentgelt, soweit sie lohnsteuerfrei sind; damit entfallen auf den Corona-Bonus bis zu einem Betrag von 1.500 Euro auch keine Sozialabgaben.

Die Leistung muss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erfolgen. Es darf also keine Gehaltsumwandlung von steuerpflichtigem Arbeitslohn in steuerfreien Corona-Bonus erfolgen.

Schließlich ist Voraussetzung für die Steuerfreiheit der Bonuszahlung, dass sie „aufgrund der Corona-Krise“ erfolgt. Weitere Anforderungen stellt das Gesetz nicht. Weder ist ein konkreter Anlass erforderlich noch eine bestimmte Verwendung der Zahlung. Der begünstigte Arbeitnehmer muss auch nicht konkret von der Corona-Pandemie betroffen worden sein. Es reicht also aus, wenn die Zahlung mit dem Vermerk „aufgrund der Corona-Krise“ auf dem Lohnkonto festgehalten wird.

Nur Arbeitnehmer sind begünstigt; es muss also ein Dienstverhältnis vorliegen. Ob der Arbeitnehmer unbeschränkt oder nur beschränkt im Inland steuerpflichtig ist, ist unmaßgeblich. Auch geringfügig Beschäftigte (450 Euro-Kräfte) sind begünstigt. Nicht erforderlich ist, dass der Corona-Bonus allen Arbeitnehmern gezahlt wird.

Auch GmbH-Geschäftsführer stehen in einem Dienstverhältnis zu „ihrer“ GmbH und können deshalb den steuerfreien Corona-Bonus erhalten. Das ist unstreitig, soweit es sich um Fremdgeschäftsführer handelt.

Zu der Frage, ob auch Gesellschafter-Geschäftsführer die Steuerfreiheit in Anspruch nehmen können (FAQ-Katalog Teil VII Nr. 12), äußert sich die Finanzverwaltung wie folgt: „Bei einem Gesellschafter-Geschäftsführer einer Kapitalgesellschaft kann die Zahlung von steuerfreien Beihilfen und Unterstützungen im Sinne des § 3 Nr. 11a EStG zu einer verdeckten Gewinnausschüttung (vGA) führen. In diesem Fall scheidet die Steuerfreiheit aus. Eine vGA liegt vor, wenn für die Zahlung keine überzeugenden betrieblichen Gründe vorliegen, sondern eine Veranlassung durch das Gesellschaftsverhältnis gegeben ist. Es ist wie bei Arbeitnehmern ohne Gesellschafterstellung darzulegen, dass es sich um steuerfreie Beihilfen und Unterstützungen zur Abmilderung der zusätzlichen Belastung durch die Corona-Krise handelt. Die übrigen Voraussetzungen des neuen § 3 Nr. 11a EStG müssen eingehalten werden.“

Selbstverständlich stehen auch Gesellschafter-Geschäftsführer in einem Dienstverhältnis zu „ihrer“ GmbH und beziehen daraus Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit. Dies gilt auch für Mehrheitsgesellschafter-Geschäftsführer oder Alleingesellschafter-Geschäftsführer. Ebenso selbstverständlich gelten für Gesellschafter-Geschäftsführer keine höheren Anforderungen, wenn es um den Nachweis geht, dass es sich um eine Zahlung zur Abmilderung der Folgen der Corona-Krise handeln muss.

Um jeden Anschein einer vGA zu vermeiden, sollte im Dienstvertrag eines Gesellschafter-Geschäftsführers vermerkt sein, dass die Gesellschaft ihm die gleichen steuerfreien Leistungen gewähren kann, wie das Gesetz sie für Arbeitnehmer vorsieht. Fehlt ein derartiger Hinweis im Dienstvertrag, reicht auch ein Gesellschafterbeschluss, wonach die Gesellschaft ihren leitenden Mitarbeitern (Geschäftsführern und Prokuristen) ebenfalls einen steuerfreien Corona-Bonus zahlen kann bzw. zahlt. Dieser Beschluss würde auch den Vorgaben des Fremdvergleichs genügen.

Unter Beachtung der vorstehenden Ausführungen kann sich auch der Gesellschafter-Geschäftsführer einer Einmann-GmbH den steuerfreien Bonus auszahlen lassen. Ist eine Person Geschäftsführer in mehreren GmbHs, kann sie sich den Corona-Bonus von jeder Gesellschaft zahlen lassen.

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