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Sonderbetriebsausgaben rechtzeitig der Gesellschaft melden

Bisweilen entstehen einem Kommanditisten Aufwendungen im Zusammenhang mit seiner Kommanditbeteiligung, die er allein zu tragen hat (sogenannte Sonderbetriebsausgaben). Das können z.B. Finanzierungs- oder Beratungskosten sein. Wenn derartige Aufwendungen bei der Gewinnermittlung für den Gesellschafter berücksichtigt werden sollen, müssen sie der Gesellschaft unverzüglich nach Ablauf des Wirtschaftsjahrs gemeldet und nachgewiesen werden. Wird dies versäumt, bleiben die Aufwendungen steuerlich unberücksichtigt, wie ein BFH-Urteil vom 17.6.2019 verdeutlicht.

Im Urteilsfall war Frau W an einer Kommanditgesellschaft (KG) beteiligt. Wegen eines Gesellschafterstreits in der KG erhielt W im Jahr 2008 eine Rechtsanwaltsrechnung, die sie umgehend aus eigenen Mitteln beglich. Diese Kosten wurden für das Jahr 2008 nicht erklärt. Im Folgejahr legte die KG als Klägerin gegen den Gewinnfeststellungsbescheid für 2009 Einspruch ein und machte im Rahmen dieses Einspruchsverfahrens die Rechtsanwaltskosten aus dem Jahr 2008 als Sonderbetriebsausgaben geltend. Sie begründete dies mit den Grundsätzen des formellen Bilanzzusammenhangs. Das FG wies die Klage ab.

Der BFH wies die Revision zurück. Er entschied, dass die Rechtsanwaltskosten dem Grunde nach als Sonderbetriebsausgaben berücksichtigungsfähig wären. Sie sind jedoch nicht dem Streitjahr (2009) zuzuordnen, da sie bereits im Jahr 2008 erbracht und bezahlt worden sind.

Richtigerweise hätte im Jahr 2008 zunächst eine Verbindlichkeit gegenüber den Rechtsanwälten im Sonderbetriebsvermögen von W passiviert und der Aufwand als Sonderbetriebsausgabe erfasst werden müssen. Durch die Zahlung in Gestalt einer Einlage ist die Verbindlichkeit jedoch bereits vor dem 31.12.2008 erloschen. Zum Bilanzstichtag war demnach keine Verbindlichkeit mehr zu bilanzieren.

Freilich wäre es zum Ausweis dieser Verbindlichkeit im Jahr 2008 nur gekommen, wenn die Gesellschafterin W ihre offene Anwaltsrechnung der Gesellschaft rechtzeitig mitgeteilt hätte. Häufig vergessen Gesellschafter einer Personengesellschaft, ihre mit der Beteiligung zusammenhängenden Aufwendungen (z.B. Finanzierungskosten) als Sonderbetriebsausgaben der Gesellschaft zu melden, damit diese in die einheitliche und gesonderte Gewinnfeststellung einbezogen werden können. Ist der Gewinnfeststellungsbescheid rechtskräftig, können diese Aufwendungen nicht mehr geltend gemacht werden – auch nicht in der anschließenden Einkommensteuerveranlagung des Gesellschafters.

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