Steuerliche Mobilitätsförderung ab 2020

Wie die GmbH und ihre Mitarbeiter davon profitieren können

Mit dem Ende 2019 verabschiedeten Jahressteuergesetz (JStG 2019) will der Gesetzgeber umweltfreundliches Verhalten ab 1.1.2020 steuerlich stärker fördern. Von den verschiedenen Maßnahmen können GmbHs, ihre Geschäftsführer und ihre Mitarbeiter profitieren. Ein Schwerpunkt liegt auf der steuerlichen Förderung von betrieblichen Elektrofahrzeugen. Dazu gehört u.a. eine neue Sonderabschreibung, die verlängerte Anwendung der halbierten Bemessungsgrundlage bei der Dienstwagenbesteuerung sowie eine weitere Reduzierung der Dienstwagensteuer auf nur noch 25 Prozent des Bruttolistenpreises.

Sonderabschreibung für neue Elektronutzfahrzeuge sowie elektrisch betriebener Lastenfahrräder

Im Rahmen des JStG 2019 wird mit § 7c EStG eine neue Sonderabschreibung für Elektronutzfahrzeuge und Lastenfahrräder eingeführt, sofern sie rein elektrisch betrieben werden.

Elektronutzfahrzeuge sind Fahrzeuge der EG-Fahrzeugklassen N1, N2 und N3, die ausschließlich durch Elektromotoren angetrieben werden, die ganz oder überwiegend aus mechanischen oder elektrochemischen Energiespeichern oder aus emissionsfrei betriebenen Energiewandlern gespeist werden. Elektrisch betriebene Lastenfahrräder sind Schwerlastfahrräder mit einem Mindesttransportvolumen von einem Kubikmeter und einer Nutzlast von mindestens 150 kg, die mit einem elektromotorischen Hilfsantrieb angetrieben werden. Die Sonderabschreibung beträgt 50 Prozent im Jahr der Anschaffung, die von der GmbH zusätzlich zur regulären Abschreibung angesetzt werden kann.

Die Sonderabschreibung kann von der GmbH nur im Jahr der Anschaffung in Anspruch genommen werden. Die reguläre lineare Absetzung für Abnutzung (AfA) nach § 7 Abs. 1 EStG ist parallel neben der Sonderabschreibung vorzunehmen. Die Sonderabschreibung kann nach § 7c Abs. 4 EStG zudem nur in Anspruch genommen werden, wenn die GmbH die Anschaffungskosten sowie alle wesentlichen Angaben nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz durch Datenfernübertragung an die Finanzverwaltung übermittelt. Diese Sonderabschreibung ist nur für neue Elektronutzfahrzeuge bzw. Lastenfahrräder anzuwenden, die nach dem 31.12.2019 und vor dem 1.1.2031 von der GmbH angeschafft werden.

Reduzierung der Dienstwagenbesteuerung

Für die im Zeitraum vom 1.1.2019 bis zum 31.12.2030 von der GmbH angeschafften Elektrodienstfahrzeuge ist nur ein Viertel der Bemessungsgrundlage für die pauschale 1-Prozent- bzw. 0,03-Prozent-Firmenwagenbesteuerung anzusetzen, wenn das Elektrofahrzeug keine Kohlendioxidemission ausstößt und der Bruttolistenneupreis nicht mehr als 40.000 Euro beträgt.

Bei Anwendung der Fahrtenbuchmethode sind bei der Ermittlung der insgesamt entstandenen Aufwendungen die Abschreibungen oder die vergleichbaren Kosten (z.B. Miete oder Leasingraten) ebenfalls nur zu einem Viertel anzusetzen. Die Neuregelung kann bereits für Elektrodienstfahrzeuge angewendet werden, die für den GmbH-Geschäftsführer im Jahr 2019 angeschafft worden sind.

Steuerfreiheit für das Aufladen privater E-Fahrzeuge und für die Überlassung von Ladevorrichtungen

Die nach § 3 Nr. 46 EStG steuerfreie verbilligte oder kostenfreie Nutzung von betrieblichen Stromladestationen der GmbH ist durch das JStG 2019 ebenfalls bis zum 31.12.2030 verlängert worden. Dies gilt auch für Zuschüsse der GmbH zur Errichtung von Stromladestationen beim Arbeitnehmer in dessen Privatbereich. Diese Zuschüsse oder Vorteile aus der unentgeltlichen oder verbilligten Übereignung einer Ladevorrichtung können von der GmbH nach § 40 Abs. 2 Nr. 6 EStG weiterhin mit 25 Prozent pauschal besteuert werden. Die bisherige Befristung der Förderung (bis 31.12.2020) wird ebenfalls bis 31.12.2030 verlängert.

 

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