Gesellschafterdarlehen in der GmbH-Insolvenz (2)

Das Sanierungs- und das Kleinbeteiligtenprivileg

§ 39 Abs. 4 Satz 2 Insolvenzordnung (InsO) privilegiert Gläubiger, die bei drohender oder eingetretener Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft oder bei Feststellung der Überschuldung Anteile zum Zwecke der Sanierung erwerben. In Bezug auf das gewährte Darlehen werden sie nach dieser Bestimmung im Insolvenzfall nicht nachrangig zurückgestuft. Dieses Privileg gilt bis zu einer erfolgten nachhaltigen Sanierung. Bis dahin werden die Forderungen aus bestehenden oder neu gewährten Darlehen oder aus wirtschaftlich diesen entsprechenden Rechtshandlungen vor Rückstufung oder Anfechtung (§ 135 Abs. 4 InsO) geschützt.

Beispiel:

Die Gesellschafter A, B und C wissen, dass ihre GmbH überschuldet ist. Sie beschließen die GmbH zu sanieren und gewinnen D als Geldgeber. Dieser ist bereit, der Gesellschaft ein Sanierungsdarlehen zu gewähren unter der Bedingung, dass er auch Gesellschafter werden kann. Das Darlehen des D wird im Insolvenzfall weder zurückgestuft noch kann es bei vorzeitiger Rückzahlung vom Insolvenzverwalter angefochten werden.

Das Sanierungsprivileg greift nur, wenn der Kreditgeber auch tatsächlich als Gesellschafter beitritt. Lässt er sich nur Mitspracherechte einräumen, ohne sich zu beteiligen, tritt hingegen die Rückstufung ein.

Ein weiteres Privileg gilt für Darlehen von Gesellschaftern, die nicht zum Geschäftsführer bestellt sind und nur mit 10 Prozent oder weniger am Stammkapital der GmbH beteiligt sind (sogenanntes Kleinbeteiligtenprivileg gemäß § 39 Abs. 5 InsO).

Beispiel:

A ist mit 60 Prozent, B mit 32 Prozent und C mit 8 Prozent an einer GmbH beteiligt. A führt die Geschäfte. Alle drei geben der GmbH jeweils ein Darlehen.

Die Darlehen von A und B fallen unter den Nachrang des § 39 Abs. 1 Nr. 5 InsO. Das Darlehen des C profitiert vom Kleinbeteiligtenprivileg. Wäre C trotz seiner geringen Beteiligung auch Geschäftsführer, würde auch für sein Darlehen der Nachrang gelten.

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