Betriebsaufspaltung

Steuerliche Konsequenzen einer Auflösung

Ist eine GmbH auf einem Grundstück tätig, das sie von einem oder mehreren ihrer Gesellschafter gepachtet hat, liegt in der Regel eine Betriebsaufspaltung vor.

Steuerrechtlich setzt eine Betriebsaufspaltung eine personelle und eine sachliche Verflechtung voraus. Die personelle Verflechtung verlangt, dass das verpachtende (Besitz-)Unternehmen und die Betriebs-GmbH von derselben Person oder Personengruppe beherrscht wird, die damit in beiden Unternehmen ihren geschäftlichen Betätigungswillen durchsetzen kann. Dagegen erfordert die sachliche Verflechtung die entgeltliche oder unentgeltliche Überlassung mindestens einer funktional wesentlichen Betriebsgrundlage aus Sicht der Betriebs-GmbH.

Liegen diese Voraussetzungen vor, so wandelt sich die private Vermietung und Verpachtung von Wirtschaftsgütern zu einer gewerblichen Betätigung des überlassenden Besitzunternehmens. Die miet- oder pachtweise überlassenen Wirtschaftsgüter stellen ebenso Betriebsvermögen des gewerblichen Besitzunternehmens dar wie die Anteile an der Betriebs-GmbH. Entfällt die personelle und/oder die sachliche Verflechtung zu einem späteren Zeitpunkt, wird grundsätzlich auch die Betriebsaufspaltung beendet. Einen typischen Fall der Auflösung einer Betriebsaufspaltung stellt die Übertragung der Anteile an der Betriebs-GmbH durch einen Gesellschafter dar, ohne dass gleichzeitig die an die GmbH überlassene(n) wesentliche(n) Betriebsgrundlage(n) mitübertragen wird (werden).

Sofern im Falle der Beendigung der Betriebsaufspaltung weder eine Betriebsverpachtung noch eine Betriebsunterbrechung vorliegt (vgl. dazu den folgenden Beitrag), kommt es zu einer gewinnrealisierenden Betriebsaufgabe beim Besitzunternehmen. Die Wirtschaftsgüter des Besitzunternehmens einschließlich der Anteile an der Betriebs-GmbH werden dabei unter Auflösung der stillen Reserven zum Teilwert in das Privatvermögen übernommen. Dies gilt auch für die Anteile an der Betriebs-GmbH, die bei Begründung der Betriebsaufspaltung nach § 6 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1 Buchstabe b Einkommensteuergesetz stets mit den historischen Anschaffungskosten (in der Regel das eingezahlte Stammkapital) in das Besitzunternehmen eingelegt worden sind. Die Ermittlung des Teilwerts bei der Entnahme der Anteile im Rahmen der Betriebsaufgabe macht regelmäßig eine Unternehmensbewertung erforderlich.

Selbst bei Anwendung des auch für ertragsteuerliche Zwecke zulässigen vereinfachten Ertragswertverfahrens gemäß den §§ 199 bis 203 Bewertungsgesetz (BewG) ergibt sich z.B. bei einem nachhaltigen (bereinigten) durchschnittlichen Betriebsergebnis der letzten drei Jahre von ca. 72.700 Euro unter Anwendung des Kapitalisierungsfaktors nach § 203 Abs. 1 BewG von 13,75 bereits einen Unternehmenswert von nahezu 1 Mio. Euro.

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