Heimbüro-Vermietung an die eigene GmbH (2)

Wann die Arbeitgeberleistung Arbeitslohn ist

Nach dem BMF-Schreiben vom 18.4.2019 können die Leistungen des Arbeitgebers für ein im Haus oder in der Wohnung des Arbeitnehmers gelegenes Arbeitszimmer oder für eine Wohnung des Arbeitnehmers, die von ihm als Homeoffice genutzt wird, entweder Arbeitslohn oder Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung sein. Entscheidend ist, in wessen vorrangigem Interesse die Nutzungsüberlassung erfolgt.

Dient die Überlassung des Arbeitszimmers in erster Linie dem Interesse des Arbeitnehmers, ist davon auszugehen, dass die Leistungen des Arbeitgebers als Gegenleistung für das Zurverfügungstellen der individuellen Arbeitskraft des Arbeitnehmers erfolgen. Die Einnahmen sind als Arbeitslohn zu beurteilen. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung liegen dann nicht vor.

Ein für den Arbeitslohncharakter der Leistungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer sprechendes gewichtiges Indiz liegt vor, wenn der Arbeitnehmer im Betrieb des Arbeitgebers über einen weiteren Arbeitsplatz verfügt und die Nutzung des Arbeitszimmers lediglich gestattet oder geduldet wird.

Gelingt es dem Arbeitnehmer nicht, das vorrangige Interesse des Arbeitgebers nachzuweisen, sind auf die Leistungen des Arbeitgebers nicht nur Lohnsteuer, sondern auch Sozialabgaben zu entrichten. Außerdem kann der Arbeitnehmer keine Aufwendungen für das Heimbüro steuerlich geltend machen, wenn er das Finanzamt nicht davon überzeugen kann, dass für die von ihm zu erledigenden Arbeiten kein geeigneter Arbeitsplatz in der Firma zur Verfügung steht.

Ein GmbH-Geschäftsführer hätte verschiedene Möglichkeiten, das vorrangige Interesse der GmbH an der Anmietung seines Homeoffice zu belegen:

  1. Er sollte einen – möglichst einstimmigen – Gesellschafterbeschluss herbeiführen, in dem die Gesellschafterversammlung der GmbH die Anmietung des Homeoffice im Interesse einer jederzeitigen Erreichbarkeit des Geschäftsführers – auch nach 17:00 Uhr und für Notdienste auch am Wochenende – für notwendig erachtet.
  2. Der Geschäftsführer könnte ggf. darauf hinweisen, dass ihm im Unternehmen kein Arbeitsplatz für Verwaltungs- und andere Aufgaben zur Verfügung steht.

Der BFH hat mit Urteil vom 22.2.2017 entschieden, dass ein Arbeitsplatz im Betrieb nur dann für Verwaltungsaufgaben zur Verfügung steht, wenn seine Nutzung auch zumutbar ist. Ist die Nutzung nur nach 17:00 Uhr oder nur am Wochenende möglich, sei der Arbeitsplatz unzumutbar.

Schließlich könnte der Geschäftsführer das vorrangige betriebliche Interesse dadurch untermauern, dass auch seine Ehefrau als Arbeitnehmerin der GmbH im Homeoffice halbtags tätig ist.

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