GmbH-Beteiligung und Gesellschafterdarlehen eines Einzelunternehmers

Wann liegt notwendiges Betriebsvermögen vor?

Eine Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft gehört zum notwendigen Betriebsvermögen eines Einzelunternehmers, wenn sie dazu bestimmt ist, seine gewerbliche Betätigung entscheidend zu fördern. Dabei sind auch Geschäftsbeziehungen mit Tochtergesellschaften einzubeziehen.

Beispiel:

Der Einzelunternehmer K erwarb 1995 eine 50-Prozent-Beteiligung an der B-GmbH. Die weiteren 50 Prozent der Anteile wurden von der V-GmbH gehalten, an der sein Sohn S zu 98 Prozent beteiligt war.

Im Juni 1995 erwarb die B-GmbH 120 Wohnungen und betraute K mit der Hausverwaltung. Zur Finanzierung des Objekts nahm die B-GmbH ein Darlehen über 1,4 Mio. DM auf, weitere 2,6 Mio. DM erbrachte K durch ein Darlehen an die B-GmbH.

Im Oktober 1996 gründete die B-GmbH eine KG (mit Beteiligung 50 Prozent). Diese erwarb 1.064 Wohnungen. Auch hierfür wurde K im November 1996 mit der Hausverwaltung beauftragt. Die B-GmbH nahm in den Jahresabschlüssen für 1997 und 1998 erhebliche Teilwertabschreibungen für das erste Wohnobjekt vor. Das Ergebnis  für 1998 belief sich auf einen Verlust von 1,6 Mio. DM. Die Bilanz wies einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von 2.764.420 DM aus.

In seinem Jahresabschluss für 1999 schrieb K das Darlehen an die B-GmbH auf eine DM ab, wodurch ein außerordentlicher Aufwand in Höhe von rund 2,5  Mio. DM entstand. Im Rahmen einer Außenprüfung vertrat die Prüferin die Auffassung, das Darlehen habe durchgängig zum Privatvermögen gehört. Eine gewinnmindernde Teilwertabschreibung sei daher nicht zulässig.

Der Einspruch blieb ohne Erfolg. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Es vertrat die Auffassung, die Beteiligung an der B-GmbH sei wegen der Verschaffung erheblicher Hausverwaltungsumsätze als notwendiges Betriebsvermögen anzusehen, nicht jedoch das Darlehen, da es das Einzelunternehmen nicht wesentlich gefördert habe.

Der BFH hielt die Revision für begründet. Das FG hat richtigerweise erkannt, dass die Beteiligung an der B-GmbH zum notwendigen Betriebsvermögen des Klägers gehörte. Mit der vom FG gegebenen Begründung kann jedoch weder die Betriebsvermögenseigenschaft der Darlehensforderung, noch ein gesunkener Teilwert dieser Forderung zum 31.12.1999 verneint werden. Zur erneuten Sachverhaltswürdigung wurde die Sache daher an das FG zurückverwiesen.

Fazit: Entscheidend für den Gesichtspunkt der Absatzförderung ist der Anteil am Umsatz des Einzelunternehmens, nicht aber an dessen Gewinn. Eine Darlehensforderung gehört zum notwendigen Betriebsvermögen, wenn die Hingabe des Darlehens auf einem betrieblichen Vorgang beruht. Der Teilwert einer Darlehensforderung gegen eine Kapitalgesellschaft, die ein negatives buchmäßiges Eigenkapital ausweist und in deren Bilanzansätzen keine stillen Reserven liegen, ist in der Regel unter den Nennwert gesunken und damit abschreibbar.

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.