Private Firmenwagen-Nutzung (2)

Minderung des geldwerten Vorteils um Aufwendungen für die eigene Garage?

Überlässt eine GmbH ihrem Geschäftsführer einen Firmenwagen, den er auch privat nutzen darf, muss die GmbH den geldwerten Vorteil, der auf die private Nutzung entfällt, als Arbeitslohn erfassen. Fahrzeugkosten, die der Geschäftsführer selbst trägt bzw. übernimmt, mindern den geldwerten Vorteil.

Der geldwerte Vorteil des Geschäftsführers, den ihm die GmbH mit der Überlassung des Dienstwagens einräumt, besteht in der Differenz zwischen dem Wert der Nutzungsüberlassung und einem eventuell vom Geschäftsführer zu zahlenden Nutzungsentgelt. Dies entspricht den allgemeinen Grundsätzen zur Bemessung des geldwerten Vorteils bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit, wonach dieser von vornherein nur in dem Unterschiedsbetrag zwischen dem Wert der Zuwendung des Arbeitgebers und den Aufwendungen des Geschäftsführers zur Erlangung der Zuwendung besteht.

Das Finanzgericht (FG) Münster entschied in seinem Urteil vom 14.3.2019, dass bei der Bemessung des geldwerten Vorteils gemäß § 8 Abs. 2 EStG nur die nutzungsabhängigen Kosten einzubeziehen sind. Zu diesen Aufwendungen zählen nur solche Kosten, die unmittelbar mit dem Halten und dem Betrieb des Fahrzeugs zusammenhängen und bei der Nutzung zwangsläufig anfallen. Erfasst werden, wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, daher neben den von der Fahrleistung abhängigen Aufwendungen für Treib- und Schmierstoffe auch die regelmäßig wiederkehrenden festen Kosten, etwa für Haftpflichtversicherung, Kraftfahrzeugsteuer, Absetzungen für Abnutzung und Garagenmiete. Das FG hat deshalb entschieden, dass die Minderung des geldwerten Vorteils des Arbeitnehmers aus der Überlassung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs nur für solche Aufwendungen gilt, die für ihn aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen notwendig sind, also wenn sie zur Erfüllung einer arbeitsvertraglichen Pflicht  erforderlich sind.

Falls die GmbH ihrem Geschäftsführer vertraglich verpflichtet hat, den Firmenwagen in einer Garage unterzustellen, sieht die Beurteilung anders aus. Trägt der Arbeitgeber die Kosten hierfür nicht, mindern die Kosten, die der Geschäftsführer übernimmt oder übernehmen muss, den geldwerten Vorteil. Die Aufwendungen für die Garage wären dann steuermindernd zu berücksichtigen.

Selbstverständlich könnte der Geschäftsführer seine Garage auch an die GmbH zu einem angemessenen Preis vermieten.

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