Bürgschaft des Gesellschafter-Geschäftsführers zugunsten der GmbH

Steuerliche Berücksichtigung der Bürgschaftsaufwendungen

 

Benötigt eine GmbH einen Bankkredit, erhält sie diesen häufig nur dann, wenn der Gesellschafter-Geschäftsführer sich gegenüber der Bank für die GmbH verbürgt. Wird er später aus dieser Bürgschaft in Anspruch genommen, stellt sich die Frage, ob und wie der Aufwand des Bürgen steuerlich zu behandeln ist. Dazu hat sich der BFH mit Beschluss vom 16.2.2017 geäußert.

Im Urteilsfall war A zu 50 Prozent an der X-GmbH beteiligt und zugleich deren Geschäftsführer. Für einen der X-GmbH gewährten Kredit hat sich A bei der Y-Bank verbürgt. Da die X-GmbH die Kreditraten nicht aufbringen konnte, nahm die Y-Bank A aus der Bürgschaft persönlich in Anspruch.

A machte die aus der Bürgschaftsübernahme resultierenden Ausgaben in seiner Steuererklärung als Werbungskosten bei seinen Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit geltend. Das Finanzamt lehnte das ab und qualifizierte die Ausgaben als nachträgliche Anschaffungskosten der GmbH-Beteiligung. Nach erfolglosem Einspruch schloss sich das FG der Auffassung des Finanzamts an und ließ die Revision gegen sein Urteil nicht zu.

Der BFH wies die Nichtzulassungsbeschwerde des A als unbegründet zurück, da seiner Auffassung nach die Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung hat. Denn die Frage, ob Ausgaben, die ein Gesellschafter-Geschäftsführer für eine der GmbH gewährte Bürgschaft zu tragen hat, bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit abziehbar sind, ist nicht klärungsbedürftig, weil sie durch die Rechtsprechung des BFH bereits hinreichend geklärt ist.

Ist danach ein Arbeitnehmer zugleich als Gesellschafter an seiner in Form einer Kapitalgesellschaft betriebenen Arbeitgeberin beteiligt, spricht um so mehr für eine wirtschaftliche Verbindung zu den Einkünften aus Kapitalvermögen und damit für nachträgliche Anschaffungskosten der GmbH-Beteiligung, je höher die Beteiligung des Gesellschafter-Geschäftsführers ist. Denn ein fremder, nicht mit dem Arbeitgeber durch eine Kapitalbeteiligung verbundener Arbeitnehmer wird nur in Ausnahmefällen bereit sein, zugunsten seines offenbar gefährdeten Arbeitsplatzes das Risiko einer Bürgschaft zu übernehmen.

Umgekehrt bedeutet das zugleich, dass bei einem an der Gesellschaft in nur sehr geringem Umfang beteiligten Arbeitnehmer, der eine Bürgschaft für seinen Arbeitgeber übernimmt, dies als Indiz dafür gilt, dass diese Bürgschaftsübernahme durch das Arbeitsverhältnis veranlasst ist. Dies gilt erst recht, wenn der Arbeitnehmer an der Gesellschaft überhaupt nicht beteiligt ist und durch die Bürgschaftsübernahme keine weiteren Einkünfte erzielt und dementsprechend damit ausschließlich seine Lohneinkünfte zu sichern und zu erhalten versucht.

Infolge der 50-prozentigen Beteiligung des A an der X-GmbH führten die betreffenden Ausgaben aus der Bürgschaft im Urteilsfall zu nachträglichen Anschaffungskosten der GmbH-Beteiligung. Hier ist freilich jetzt die neue BFH-Rechtsprechung zu beachten (vgl. Beitrag "Finanzierungshilfen des Gesellschafters: Konsequenzen der neuen BFH-Rechtsprechun").

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