Gesellschafterdarlehen in der GmbH-Krise

Gesellschafterdarlehen in der GmbH-Krise

Keine nachträgliche Anschaffungskosten mehr

Ein Gesellschafter, der „seiner“ GmbH in der Krise oder zur Rettung vor einem drohenden Insolvenzverfahren ein Darlehen gewährte oder die persönliche Bürgschaft für eine Verbindlichkeit der Gesellschaft übernahm, dann aber im Insolvenzverfahren dafür in Anspruch genommen wurde, konnte nach der bisherigen Rechtsprechung davon ausgehen, dass seine Aufwendungen steuerlich als nachträgliche Anschaffungskosten auf seine Beteiligung gewertet wurden. Ein eventueller Veräußerungs- oder Auflösungsgewinn nach § 17 Abs. 1 EStG wurde dadurch entsprechend gemindert oder ein entsprechender Verlust erhöht.

Nach einem Urteil des BFH vom 11.7.2017, das eine Änderung der Rechtsprechung bedeutet, gilt dies nur noch in Fällen, in denen der Gesellschafter eine eigenkapitalersetzende Finanzierungshilfe bis zum 27.9.2017 (Tag der Veröffentlichung des BFH-Urteils) geleistet hat oder wenn eine Finanzierungshilfe bis zu diesem Tag eigenkapitalersetzend geworden ist.

Mit der Aufhebung des Eigenkapitalersatzrechts durch die GmbH-Novelle von 2008 ist – so der BFH – die gesetzliche Grundlage für die bisherige Rechtsprechung zur Berücksichtigung von Aufwendungen des Gesellschafters aus eigenkapitalersetzenden Finanzierungshilfen als nachträgliche Anschaffungskosten im Rahmen des § 17 EStG entfallen. Aufwendungen des Gesellschafters aus seiner Inanspruchnahme als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft führen nicht mehr zu nachträglichen Anschaffungskosten für seine Beteiligung, wenn die Bürgschaft nach dem 27.9.2017 übernommenen worden ist. Entsprechendes gilt, wenn eine vor diesem Datum übernommene Bürgschaft erst danach zu Eigenkapitalersatz wurde.

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