Geschenke an Geschäftsfreunde

Steuerliche Behandlung der Pauschalsteuer

Aufwendungen für Geschenke an Geschäftsfreunde können nur dann als Betriebsausgaben abgezogen werden, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten 35 Euro nicht überschreiten (§ 4 Abs. 5 Nr. 1 EStG). Dieser Wert bezieht sich auf das gesamte Wirtschaftsjahr. Zwei Geschenke im Jahr 2017 im Wert von insgesamt 36 Euro an denselben Geschäftsfreund führen dazu, dass die gesamten Aufwendungen nicht abzugsfähig sind. Der Wert des Geschenks richtet sich bei Geschenken von zum Vorsteuerabzug berechtigten Unternehmen nach dem Nettowert, bei Geschenken von nicht zum Vorsteuerabzug berechtigten Unternehmen nach dem Bruttowert.

Die Geschenke einer GmbH an Geschäftsfreunde sind für den Empfänger steuerpflichtig. Damit die Freude über das Geschenk aber nicht gleich getrübt wird, hat der Gesetzgeber vorgesehen, dass die GmbH (das schenkende Unternehmen) nach § 37b EStG die Aufwendungen für Geschenke pauschal mit 30 Prozent versteuern kann.

Lange Zeit war strittig, ob diese Pauschalsteuer ebenfalls als Betriebsausgabe abgezogen werden kann. Der BFH hat in seinem Urteil vom 30.3.2017 entschieden, dass sich die vom Schenker übernommene Pauschalsteuer zwar nicht auf die Bemessungsgrundlage nach § 37b Abs. 1 EStG auswirkt, sie ertragsteuerlich jedoch ein zusätzliches Geschenk („Steuergeschenk“) darstellt. Danach würde der Wert eines Geschenks von 40 Euro brutto zu Aufwendungen von 33,61 Euro (Nettowert des Geschenks) zzgl. 12 Euro (übernommene Pauschalsteuer) = 45,61 Euro betragen. Die Folge: Weder die Aufwendungen für das Geschenk noch die übernommene Steuer sind als Betriebsausgaben abzugsfähig. Die GmbH bliebe auf den gesamten Kosten für Geschenke an Geschäftsfreunde sitzen.

Die Finanzverwaltung hat sich erfreulicherweise dazu entschlossen, trotz des BFH-Urteils vom 30.3.2017 an ihrer bisherigen Handhabung (Vereinfachungsregelung) festzuhalten. Diese besagt: Sofern die 35-Euro-Grenze für das Geschenk nicht überschritten wird, bleibt auch die 30-prozentige Pauschalsteuer als Betriebsausgabe abziehbar. Das BFH-Urteil wurde inzwischen im Bundessteuerblatt veröffentlicht. In einer Fußnote zum Urteil wird jedoch auf die Vereinfachungsregelung der Finanzverwaltung hinweisen, die weiterhin angewendet werden soll. Es bleibt also dabei, dass auch die Pauschalsteuer als Betriebsausgabe abgezogen werden darf und nicht den Nettowert von 35 Euro erhöht.

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