Verdeckte Einlagen in eine GmbH (2)

Steuerliche Folgen bei der GmbH und beim Gesellschafter

Spiegelbildlich zu verdeckten Gewinnausschüttungen dürfen verdeckte Einlagen das Einkommen der GmbH nicht erhöhen. Grund hierfür ist, dass sie ihre Veranlassung nicht im betrieblichen, sondern im gesellschaftlichen Bereich haben. Die Vermögensmehrung wurde von der GmbH nicht erwirtschaftet.

Zwar führt die verdeckte Einlage bei der GmbH handelsrechtlich zu einem außerordentlichen Ertrag, hat also eine Gewinnerhöhung zur Folge. Da sich die verdeckte Einlage aber nicht auf das steuerliche Einkommen der GmbH auswirken darf, wird sie – spiegelbildlich zur vGA – außerhalb der Bilanz wieder abgezogen.

Beispiel:

Herr Maier und seine Ehefrau sind zu jeweils 50 Prozent an der X-GmbH beteiligt. Sie übertragen ein ihnen gemeinsam gehörendes Grundstück unentgeltlich auf die X-GmbH. Das Grundstück hat einen Wert von 250.000 Euro.

Das führt zu folgenden Konsequenzen:

Steuerbilanzgewinn:                                         + 250.000 Euro

Einkommenskorrektur:                                    ./.250.000 Euro

Steuerliche Auswirkungen                                              0 Euro

Das zugeführte Wirtschaftsgut ist bei der aufnehmenden Kapitalgesellschaft in der Regel zum Teilwert (Verkehrswert) anzusetzen.

Die aus der verdeckten Einlage resultierende Vermögensmehrung erhöht das steuerliche Einlagekonto gemäß § 27 Körperschaftsteuergesetz. Das steuerfrei zugeführte Vermögen kann später, wenn es nicht mehr benötigt wird, steuerfrei an die Gesellschafter ausgeschüttet werden.

Durch die verdeckte Einlage erhöhen sich die Anschaffungskosten der Beteiligung an der aufnehmenden Kapitalgesellschaft um den Teilwert des eingelegten Wirtschaftsguts (= nachträgliche Anschaffungskosten).

Bei einer späteren Veräußerung der Beteiligung mindern auch die nachträglichen Anschaffungskosten den entstehenden Veräußerungsgewinn gemäß § 17 Abs. 1 EStG.

Beispiel:

Herr Maier ist an der X-GmbH zu 50 Prozent beteiligt. Bei Gründung der X-GmbH hat er einen Geschäftsanteil von 25.000 Euro (= Anschaffungskosten) übernommen. Er überträgt der X-GmbH einen Pkw, dessen Wert 15.000 Euro beträgt, ohne Gegenleistung.

Später veräußert er seinen Anteil für 50.000 Euro.

Folge: Die Anschaffungskosten für den Geschäftsanteil von 25.000 Euro erhöhen sich durch die verdeckte Einlage (= nachträgliche Anschaffungskosten) um 15.000 Euro, betragen also 40.000 Euro. Der Veräußerungsgewinn beträgt 10.000 Euro (50.000 Euro ./. 40.000 Euro). Ohne verdeckte Einlage hätte der Veräußerungsgewinn 25.000 Euro betragen (50.000 Euro ./. 25.000 Euro).

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