Verdeckte Einlagen in eine GmbH (1)

Wesen und Erscheinungsformen

In der Satzung einer GmbH ist explizit geregelt, welche Einlagen die Gesellschafter anlässlich der Gründung oder einer Kapitalerhöhung zu leisten haben. Leistet ein Gesellschafter weitere Einlagen, werden diese in aller Regel als verdeckte Einlagen bezeichnet. Aber worin kann eine verdeckte Einlage bestehen?

Eine gesetzliche Definition des Begriffsverdeckte Einlage“ sucht man vergeblich. Anhaltspunkte dafür, wann eine verdeckte Einlage vorliegt, finden sich in R 40 Abs. 1 der Körperschaftsteuer-Richtlinien. Danach liegt eine verdeckte Einlage vor, wenn ein Gesellschafter oder eine ihm nahestehende Person der Gesellschaft einen einlagefähigen Vermögensvorteil zuwendet, ohne dass der Gesellschafter hierfür eine Gegenleistung erhält, und diese Zuwendung ihre Ursache im Gesellschaftsverhältnis hat.

Die letztgenannte Voraussetzung ist gegeben, wenn ein Nichtgesellschafter der Gesellschaft den Vermögensvorteil bei Anwendung der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns nicht eingeräumt hätte. Mit anderen Worten: Eine verdeckte Einlage ist zu bejahen, wenn der Gesellschafter seiner GmbH Wirtschaftsgüter ohne Gegenleistung zuwendet, wobei eine nicht beteiligte Person keine derartigen unentgeltlichen Zuwendungen machen würde.

Die verdeckte Einlage ist das Spiegelbild zur Vermögensminderung bei der verdeckten Gewinnausschüttung (vGA). Bei der verdeckten Einlage kommt es mithin zu einer Vermögensmehrung bei der Gesellschaft.

Beispiel: Verdeckte Gewinnausschüttung

Herr Maier ist Gesellschafter und Geschäftsführer der X-GmbH. Er veräußert der X-GmbH ein ihm gehörendes Grundstück zwecks Errichtung einer Produktionshalle zum Preis von 200.000 Euro. Der reguläre Grundstückspreis beträgt 100.000 Euro.

Folge: In Höhe des überhöhten Kaufpreises von 100.000 Euro liegt eine vGA vor.

Beispiel: Verdeckte Einlage

Herr Maier überträgt der X-GmbH das Grundstück für 50.000 Euro. Der reguläre Preis beträgt 100.000 Euro.

Folge: In Höhe der Differenz von 50.000 Euro zwischen tatsächlich gezahltem Kaufpreis und dem tatsächlichen Wert des Grundstücks liegt eine verdeckte Einlage vor.

Voraussetzung einer verdeckten Einlage ist u.a. die Zuwendung eines einlagefähigen Vermögensvorteils an die GmbH. Daher sind als verdeckte Einlagen nur Wirtschaftsgüter geeignet, die das Vermögen der Kapitalgesellschaft vermehren. Dies kann geschehen durch den Ansatz oder die Erhöhung eines Aktivpostens oder durch den Wegfall oder die Verminderung eines Passivpostens.

Mit anderen Worten: Einlagefähig ist nur ein bilanzierungsfähiges Wirtschaftsgut. Ob dies der Fall ist, richtet sich nach dem Bilanzrecht. Es kann sich dabei um die Zuwendung eines materiellen oder immateriellen Wirtschaftsguts handeln oder um die Entlastung der Gesellschaft von einer Verbindlichkeit. Nutzungs- und Leistungsvorteile sind dagegen nicht bilanzierungs- und damit nicht einlagefähig.

Typische Fälle verdeckter Einlagen sind beispielsweise:

–    Ein Gesellschafter überträgt seiner GmbH einen Gegenstand zu einem unter dem Marktniveau liegenden Preis oder unentgeltlich.

–    Die GmbH verkauft dem Gesellschafter Gegenstände zu überhöhten Preisen.

–    Der Gesellschafter verzichtet auf Forderungen gegenüber seiner GmbH.

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